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Ushuaia – Falkland Inseln –
Am Südpol, denkt man, ist es heiß,
ganz falsch gedacht: nur Schnee und Eis! …
Diese
Aussage von Elke Heidenreich wollen wir überprüfen und da fangen wir doch
gleich wieder mit dem Spruch von Kirstens Vater an: Und jetzt geht die Reise
los! Diesmal zum 6. Erdteil, dem gefrorenen Kontinent Antarctica mit 13,2
Millionen qkm, der durch Eisbildung im Winter zur doppelten Fläche wächst.
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Ushuaia – Falkland Inseln –
South Ge0rgia
Aber
zunächst ein Überblick über die Stationen der Reise.
Hamburg - Frankfurt - Buenos Aires - Ushuaia
Abflug: 17.01.2015
Falkland Islands
* New Island
* Westpoint
* Stanley (Hauptstadt)
South Georgia
* Salisbury Plain
* Prion Island
* Stromness
* Grytviken (Hauptstadt)
* Gold Harbour
* Cooper Bay
South Shetland Islands
* Elephant Island - Point Wild
Antarctic Peninsula
* Brown Bluff
* Hope Bay
* Peterman
* Vernadsky Station (südlichster Punkt unserer Reise)
* Paradise Bay
* Neko Harbour
* Curverville
* Deception Island
Hamburg - Frankfurt - Buenos Aires - Ushuaia
Abflug: 17.01.2015
Falkland Islands
* New Island
* Westpoint
* Stanley (Hauptstadt)
South Georgia
* Salisbury Plain
* Prion Island
* Stromness
* Grytviken (Hauptstadt)
* Gold Harbour
* Cooper Bay
South Shetland Islands
* Elephant Island - Point Wild
Antarctic Peninsula
* Brown Bluff
* Hope Bay
* Peterman
* Vernadsky Station (südlichster Punkt unserer Reise)
* Paradise Bay
* Neko Harbour
* Curverville
* Deception Island
Ushuaia - Buenos Aires - Frankfurt - Hamburg
Ankunft: 11.02.2015
Und nun zu unserm Reisebericht.
17 Uhr ab Hamburg mit Lufthansa
Boeing 319 nach Frankfurt. 3 Stunden Aufenthalt und weiter geht’s mit einer Boeing 747-8
in 13,5 Stunden nach Buenos Aires. Die Reihe 45 hat Backbord und Steuerbord nur
2 Sitze und damit angenehm viel Platz in der Economy-Klasse. Unterbrochen von
Abendessen und Frühstück bekomme ich sogar ein paar Stunden Schlaf dank
mitgebrachter Pille. Kirsten hat wie immer keine Probleme, einsteigen, Augen zu
und zum Essen wecken lassen. Der Nachbar gegenüber verputzt alles, was wir übriglassen:
Brötchen, Butter, Käse, Kuchen. „Thank you“ sagt er erfreut gleich mehrere Male
hintereinander. Trotzdem sind wir beide froh, wieder festen Boden unter den
Füßen zu haben. Das Taxi zum City Tower Hotel kostet die ersten unserer
mitgebrachten 1000 US-Dollarnoten. Gleich 50 davon. Sicher zu teuer, aber der
Weg vom Airport ist immerhin fast 25 Minuten lang und unser Zimmer ist um 10Uhr
morgens schon bezugsfertig. Auf den Rat des Rezeptionisten wandern wir kurz
danach über den nicht enden wollenden Flohmarkt in der Calle Defensa gleich
nebenan. Toll, aber die Koffer sind voll!!!
Zurück
geht’s entlang der Hafenpromenade mit Pipipause beim Italiener „Fredy“. Die
Pause hätten wir nicht einlegen sollen, denn die Zeit fehlt auf dem Weg zurück
zum Hotel. Ein Wolkenbruch geht auf uns nieder, wie die Flohmarkt-Zeile, nicht
enden wollend! Klatschnaß bis auf die
Unterwäsche kommen wir wieder im Hotel an. Puh! Erstmal eine Flasche Chardonney
beim Zimmerservice bestellen – dann sehen wir weiter. Nach heißer Dusche und
Einsatz unseres Hotelföns als Ersatztrockner sieht die Welt auch schon wieder
rosiger aus. Wenn wir morgen den Stromverbrauch vom Zimmerpreis abziehen, war
die Übernachtung für das Hotel wohl nicht sonderlich profitabel.
Der Morgen
des 19. Januar ist um 4 Uhr zu Ende, wir haben den Weckdienst bestellt. Auf Rat
unseres Reisebürofachmannes Julian wollen wir nicht in die Rushhour kommen.
Kein Risiko, die “Silver Explorer“ wird nicht auf die Germans warten. Schnell
ein trockenes Croissant und ein Café con leche, weil das Frühstücksrestaurant
erst um 7 Uhr morgens aufmacht. Ist ja fast wie früher vorm Büroanfang, nur
ersetzte da noch eine Zigarette das Croissant. Dann bringt uns ein Taxi ohne
Staufalle zum nationalen Airport, wo der Kaffee mit 5 US$ genauso teuer ist wie
zu Hause. Hätten wir das gewußt, hätten wir ausgeschlafen und erst recht, als
das nächste Unwetter über Buenos Aires hereinbricht, der Flieger nicht betankt
werden kann und wir noch zwei Stunden – davon eine schon in unserm Airbus 320
der argentinischen Fluggesellschaft LAN – auf unseren Abflug nach Ushuaia
warten müssen. “ Bitte nicht anschnallen“ sagt der Pilot, „falls ein Feuer
durch Blitzschlag an Bord ausbricht“! Na, Prost Mahlzeit. Wenigstens sitzen wir
in der allerletzten Reihe, gleich neben dem „Exit“. Es gießt wie gestern aus
Eimern und am Horizont zucken die Blitze. Kirsten hat schon wieder die Augen zu
– ich nicht. Um 10.45 kommt endlich Leben in den Airbus, der Tanklastzug ist
weg und es geht los. Ziemlich holprige Wegstrecke, zuerst durch
undurchsichtiges Gewaber, dann erfreuen uns blaue Löcher in der Wolkendecke und
schließlich ein atemberaubender Blick auf schneegetupfte Gebirgsketten mit
grünbemoosten Hängen und glitzernden Bächen. Menschenleer. Das ändert sich erst
nach der Landung in Ushuaia. Immerhin 60.000 Einwohner zählt die südlichste
Stadt der Welt.
Im Hafen
wartet die „Silver Explorer“ neben ein paar anderen Explorerschiffen und
einigen Frachtern, stark vertreten sind Container der „Hamburg-Süd“, Franks
früherer Reederei.
Mit 121 Passagieren und 117
Crewmitgliedern geht es nach kurzer Sicherheitseinweisung auch schon los in den
Beagle-Kanal. Ein komfortables Schiff und wir genießen von Anfang an ein
Verwöhnprogramm mit Cocktails an Deck, wunderbarem Essen und netten
Tischnachbarn.
In unserer
geräumigen Suite sind dann die Schränke bald eingeräumt. Ein warmer,
wasserdichter Anorak, lange Gummistiefel und einen leichten Rucksack hat unser
Reiseveranstalter zur Verfügung gestellt und ist von unserem „personal butler“
in die Kabine gebracht worden. Diese Sachen hätten wohl auch die Kapazität
unserer Koffer gesprengt.
Die
Schiffsbewegungen sind trotz moderatem Wind schon ganz schön heftig und wir
fallen vom anstrengenden Tag geschafft müde in unsere Koje. Zwei Seetage bis zu den Falklandinseln liegen
vor uns.
Bei der Crew
sind alle Nationalitäten vertreten, von Kapstadt bis Kanada. Der Kapitän ist
Pole, die erste Offizierin stammt aus der Schweiz, der Doktor aus Rumänien und alle sind überzeugte Antarktisfans. Wir
haben Glück, daß auf dem Schiff auch etliche deutschsprechende Passagiere sind
und bei den Botanikern, Ornithologen, Historikern etc. desgleichen. So bekommen
wir unsere eigenen Vorträge in deutscher Sprache, sehr engagiert und voller
Enthusiasmus, wir sind total begeistert.
Meine
persönliche „Florence Nightingale“ hatte mir gestern noch ein Pflaster gegen die
Seekrankheit hinter’s Ohr geklebt, nur so vorsichtshalber, aber mir machen die
Nebenwirkungen zu schaffen. Außerdem schmecken mir weder Frühstück noch
Mittagessen, so ziehe ich das teure Ding wieder ab und es geht mir besser. Uli,
ein 50jähriger Biologe, erzählt uns alles über die uns inzwischen begleitenden
Seevögel, die Schwarzbrauen-Albatrosse, Sturmvögel, Seeschwalben und co.
Petrus kann
auch Superwetter, 10°C, strahlender Sonnenschein, blauer Himmel. Gut eingecremt
sonnen wir uns eine Stunde auf dem Promenadendeck. Dienstbare Geister bieten
uns Kaffee, Softdrinks und Getränke, was immer unser Herz begehrt.
Abends
gibt’s schon wieder eine Cocktailstunde, der Captain stellt seine Mannschaft
vor und anschließend findet das Welcome-Dinner statt.
Eigentlich
in elegant-sportlicher Garderobe. Leider
habe ich meine schwarze Tuchhose vergessen, so bleibt’s bei unten
sportlich in Jeans und oben etwas eleganter mit weißem Pullover und rotem
Chiffonschal. Wir sind dann nicht die einzigen, etwas under-dressed, stellen
wir erleichtert fest. Unsere Empfangschefin Anna platziert uns jeden Tag an
einem anderen Tisch, so lernen wir viele unserer Mitreisenden kennen. Das erste
ist ja immer die Frage: Where are you from? So saßen wir schon neben Paaren aus
Oregon, Kanada, Kalifornien, England, Australien, der Schweiz usw. Uns gefällt
das System.
Morgens am
21. müssen wir um 6 Uhr aus den Federn, weil wir vor unserer ersten Anlandung
auf der Falklandinsel „New Island“ noch ausgiebig frühstücken wollen.
Dann geht’s
zum ersten Mal in die Zodiacs, die stabilen hochmotorisierten Gummiboote. Das
erfordert etwas Übung, aber starke Arme helfen. Diese Insel ist eine von ca.
420 Inseln, auf der ein paar der insgesamt 3000 Menschen wohnen. 80% wohnen auf
der Ost-Halbinsel in der Hauptstadt Stanley. Hier sind die meisten Bewohner
Pinguine, Albatrosse und Sturmvögel. Riesige Kolonien, an die wir bis auf ein
paar Schritte herankommen. Wir werden nicht satt, uns an den putzigen
Felsenpinguinen zu erfreuen und die Flugmanöver der großen
Schwarzbrauen-Albatrosse zu bewundern.
Man kann
Stunden zubringen, aber das Schiff wartet, um uns heute Nachmittag auf die
nächste Insel namens Westpoint zu bringen. Dazwischen wartet ein leckeres Mittagessen, von der deutschen Chefköchin Pia kreiert (die
übrigens stammt aus Mülheim a.d.R, wo Kirsten aufgewachsen ist. Ihr Vater hat
dort ein Restaurant namens „369“ und wir sind dort eingeladen, wenn wir von ihr
Grüße überbringen). Auf Westpoint Island werden wir uns trotz sommerlicher
Temperaturen wieder in Gummistiefel, Parka und wasserdichte Hosen schwingen, es
könnte naß werden, wenn wir aus dem
Zodiac ins flache Wasser steigen müssen.
„20°C“, sagt
Thies, der Pächter von Westpoint Island, “so warm haben wir es hier im Januar
noch nie erlebt“. Thies ist ein Flensburger Jung und hat mit seiner Frau Kiki
auf einem 30 Fuß-Holzboot die Welt umsegelt. Hier auf den Falklands sind sie
hängengeblieben und fühlen sich mit dem einfachen, aber arbeitsträchtigen Leben
sehr glücklich. Nicht nur für das Land, auch für mehrere Kühe und 800 Schafe
sind sie zuständig, dazu füttern sie die vorbeikommenden Touristen wie uns, die
wegen der großen Felsen-Pinguin- und Schwarzbrauen-Albatross-Kolonien hier
anlanden und sich in den klobigen Gummistiefeln durch Matsch und Sand und über
Hügel und unwegsame Pfade durch mannshohes Gras quälen, mit einem riesigen, wunderbaren Kuchenbuffet.
Ein Paradies, in dem wir fast ohne alle
technischen Errungenschaften nicht leben könnten, aber das wir für ein paar
Stunden in ihrem liebevollen angelegten kleinen Garten sehr genießen . Allein
das war der Besuch dieser kleinen Insel wert. Ihr Haustier ist kein Hund
sondern eine kleine zutrauliche Amsel namens Twitty.
Wir
schreiben noch einen netten Dankesspruch in ihr Gästealbum, dann bringt uns
unser Zodiac-Zubringerboot zurück auf unser komfortables schwimmendes Zuhause. Hier
spülen wir die Anstrengung des Tages mit einer heißen Dusche und einer kalten
Weinschorle weg. Unterwegs
Vor uns
liegt knapp ein Tag Seefahrt zur östlichen Falklandinsel, auf der auch die
Hauptstadt der Falklands „Stanley“ liegt. Hier leben ca. 2400 der etwa 3000
Inselbewohner. Das Wetter hält und hält, aber wir sollen nicht übermütig
werden, wird uns von unseren Experten
gesagt. Das kann sich von jetzt auf gleich ändern. Geändert hat sich schon der
Wind, es brist auf bis auf Sturmstärke. Bei der Fahrt an Land bekommt der eine
oder andere ohne Schutzkleidung schon
mal eine unwillkommene Dusche. Auf der Pier hat es sich gerade ein Seelöwe
gemütlich gemacht. Extra für uns zur Begrüßung in Stanley. Sehr nett. Im Rundfahrtbus ist es dann wieder warm und
windstill, aber vor allem lustig. Unser Falklandguide ist ein typischer
Engländer mit dem ihnen eigenen britischen Humor. Dann bummeln wir noch bei
strahlendem Sonnenschein über die einzige Hauptstraße des 2400-Seelen-Ortes,
besichtigen die alte Kirche mit den Blauwalkieferknochen davor, lesen die
Gedenktafeln aus dem Falklandkrieg 1982, gönnen uns ein paar Souvenirs und
schreiben die ersten Ansichtskarten mit Pinguin-Briefmarken. Geschäfte,
Postämter und Kneipen wird es jetzt lange nicht mehr geben. Aber das alles wird
uns nicht fehlen, versprechen uns alle, die wissen, was jetzt noch vor uns
liegt.
Unser
nächstes Ziel ist South Georgia, wo über 30 Vogelarten brüten. Wir sind voller Erwartung.
Vor uns
liegen zwei volle Seetage mit Wind im Wesentlichen von Achtern, d.h. unser
Schiff rollt trotz Stabilisatoren so heftig, dass die Crew wieder einmal jede
Menge Spucktüten hinter die Handläufe geklemmt hat. Das Wetter ändert sich. Es wird zunehmend
kälter, der Wind bläst stärker und die Luftfeuchtigkeit beträgt inzwischen über
90%.
Langweilig
wird es während dieser zwei Seetage
nicht. Unsere Biologen, Ornithologen,
Historiker, etc. halten kurzweilige
Diavorträge über die Vogelwelt, die Pinguine, Seelöwen, und wir lernen das Leben
des bewundernswerten Sir Ernest
Shackelton kennen. Die Insel South Georgia,
die von Scott in Besitz genommen wurde, hat übrigens ihren Namen nach
König Georg dem III. erhalten. Auf dem
Weg nach New Georgia passieren wir in gut 1 km Abstand ein riesiges Eisplateau
mit so großer Ausdehnung, dass wir es
mit unserm Weitwinkel nicht als Ganzes fotografieren können. Auch den
Shag-Rocks mit den Brutplätzen einer großen Kormoran-Kolonie kommen wir sehr
nahe, Schwärme von Kormoranen umfliegen unser Schiff.
Sonntag, der
25. Januar 2015 begrüßt uns neblig, naß und ungemütlich kalt. Egal, es geht
los. Gleich nach dem Frühstück zur großen Königspinguin-Kolonie in Salisbury
Plain auf South Georgia. Königspinguine sind die zweitgrößten ihrer Art mit ca.
90 cm. Es sind unglaubliche 150.000
Stück aller Altersklassen, von Babies über Halbstarke bis zu ausgewachsenen
Mamas und Papas.
Und alle
vertragen sich mit den Seeelefanten und Pelzrobben, die ebenfalls hier ihr
Revier haben. Wie zutraulich sie sind und wie nah sie uns heranlassen, kann man
kaum glauben.
Ein kleines
Robbenbaby schnuppert sogar an meiner Gummihose.
Robben und
Pinguine haben auf dem Festland bzw. auf den Inseln keine natürlichen Feinde.
Deshalb fürchten sie auch uns nicht. Im Wasser sieht es anders aus. Dort müssen
sie Orkas und Seeleoparden – auch eine Robbenart – fürchten.
Alles möchte
man fotografieren, aber das ist nicht ganz ungefährlich. Nicht wegen der Tiere,
sondern wegen des matschigen, löchrigen und manchmal steinigen Untergrunds.
Übrigens: Pinguine und Co. haben
absolute Vorfahrt. Egal, ob sie von links oder rechts kommen. Die Natur ist
überwältigend und als auch noch die Sonne sich langsam durchkämpft, leuchten
die Gletscher, die sich von den nur mit Tussockgras bewachsenen Hänge der Berge
schieben und das Wasser färbt sich fast türkisblau. Auch der nächste Ausflug auf Prion Island,
das auch zu Süd Georgien gehört, ist wunderschön. Etliche der hier lebenden
6000 Eselspinguine und Seebären begrüßen uns neugierig am Ufer.
180 Stufen
können wir auf einem bequemen Holzsteg nach oben auf eine Aussichtsplattform
steigen, da haben es die links und rechts im Tussockgras liegenden Robben
erheblich beschwerlicher nach oben zu kraxeln. Einige Schlauberger finden
allerdings, die Stege sind auch für Seebären da und robben langsam vor uns her.
Von oben hat
man einen tollen Überblick über die brütenden Wanderalbatrosse (beeindruckende
3,50 m Flügelspannweite), deren Junge 10 Monate brauchen, um flügge zu werden,
über die in einer Talsenke versammelten Eselspinguine und die aus den
Grasbüscheln immer wieder neugierig die Hälse reckenden großen und kleinen
Robben. Wanderalbatrosse halten sich 6 – 10 Jahre nur auf dem Meer auf, bevor
sie sich an Land einen Partner für’s ganze Leben suchen, das schon mal 60 Jahre
währen kann. Die großen Sturmvögel haben
die Arbeit der hier nicht vorkommenden Aasgeier übernommen. Sie
beseitigen die herumliegenden Kadaver der Robben und Pelikane.
Die Fahrt
zurück mit den Zodiac-Booten ist immer eine nasse Angelegenheit, besonders,
wenn man ganz vorne platziert ist. Ich bekomme das gleich zweimal zu spüren und
muß meinen eigentlich als wasserdicht versprochenen Rucksack trocknen lassen.
Heute am
Montag verliert die Sonne den Kampf gegen die tief hängenden Wolken, die die
Berggipfel verhüllen. Uns macht das gar nichts, wir genießen ein Bad im warmen
Whirlpool an Deck und den Saunagang danach.
Was für ein
Luxus in dieser abgeschiedenen Welt. Die ersten Eisbrocken treiben um das
Schiff und wir fahren auf dem ruhigen Wasser in der geschützten Bucht nach
Grytviken, der großen Walfangstation, die hier vor hundert Jahren von einem
Norweger namens Larsen errichtet wurde.
Neben der
aufgegebenen Fabrik-Anlage gibt es noch ein kleines Museum, eine schlichte
hübsche Kirche und eine Poststelle, bei deren Briefmarkenauswahl jedes
Sammlerherz höher schlagen muß.
Wir denken
nur an unseren Freund Klaus in Sao Paulo, der eine Riesensammlung sein eigen
nennt und erstehen eine Ersttagsausgabe von Entdeckerschiffen und Wracks für
ihn. Eine junge Frau führt uns durch die verlassene Station und schildert
anschaulich und sehr kompetent über Walfanggeschichte in dieser Bucht.
Ein kleines
Robbenjunges gesellt sich in unsere Mitte und stiehlt ihr fast die Schau.
175.00 Wale
hat man hier und in umliegenden Stationen gefangen, geschlachtet und von Öl,
über Fleisch, über Knochenmehl alles aus ihnen hergestellt, bis die
Walpopulation fast ausgerottet war und der Fang in der Antarktis ganz verboten
wurde. Nur ganz allmählich erholen sich die Bestände. Was für ein hartes und
gefährliches Leben die Walfänger hier führten, läßt sich aus den vielen
Exponaten und Fotos im Museum ersehen. Viele der Leben dieser Männer endeten
schon in den Zwanzigern.
Am Dienstag,
den 27. Januar heißt es wieder früh aufstehen, um 9 Uhr Ausbooten und mit dem
Boot rüber nach Gold Harbour. Strahlend blauer Himmel und ein traumhafter Blick
auf die Berge mit türkis bis weiß leuchtenden Gletschern.
Dort landen
wir am Strand neben einer Gruppe der mächtigsten Robben, den Seeelefanten, zu
denen man immer einen Sicherheitsabstand halten solle. Sie können sehr schnell
auf kurze Distanz werden, wenn sie sich gestört fühlen. Z.Zt. aber dösen sie
alle friedlich in der Sonne, riesige dunkelbraune bis hellbraune „Fleischberge“, und nur mit Glück
bekommt man einen gereckten Kopf oder ein geöffnetes Maul vor die Linse.





Auch die
halbstarken süßen Seebären versuchen sich wieder in Drohgebärden, wenn sie
einem zeigen wollen: kommt uns ja nicht zu nah, wir haben auch schon Zähne!
Ansonsten
tun sie, was alle kleinen Tiere tun, balgen sich untereinander und plantschen
übermütig in den Schmelzwasserläufen am Strand.
Den größten
Teil des Strandes aber besetzen Tausende von Königspinguinen, die wieder die
tollsten Fotomotive liefern und wieder einmal beweisen diese vielen
unterschiedlichen Tiere, dass man in Eintracht und Frieden miteinander leben
kann.
Nur unsere
kleinen Robbenfrechdachse werden mal mit einem Schnabelhieb zur Ordnung gerufen
, wenn sie durch eine Gruppe ruhender Pinguine tollen.
Auf dem
Rückweg zum Schiff haben Wind und Schwell zugenommen und Niki, unsere
Bootsführerin braucht zwei Anläufe, damit alle Insassen aus dem tanzenden
Zodiac von zwei Crewmitgliedern auf das rettende Podest gehievt werden können.
Wir genießen
noch einen Cappuccino auf dem Oberdeck in der Sonne vor dem wieder sehr
leckeren Mittagessen und machen ein kurzes Nickerchen. Der Wind hat weiter
zugenommen, damit natürlich auch der Schwell und so lassen wir die
nachmittägliche Bootsrundfahrt durch die Bucht von Cooper Bay ausfallen und
damit den Blick auf Esels-, Zügel- und angeblich nur hier anzuschauenden
Goldschopf-Pinguine. Sie ähneln sehr den Felsenpinguinen und so können wir gut
verzichten. Heute Abend geht es weiter Richtung Süden auf die antarktische
Halbinsel zu. Zwei Seetage ohne Anlandungen liegen vor uns.







































































































